Reiseberatung Tibet und Indien


Unsere Mitarbeiter und Mitglieder haben lange Erfahrung mit Reisen nach Tibet und Nordindien (Dharamsala). Falls Sie planen, eine ähnliche Reise zu unternehmen, können wir Ihnen vielleicht mit unseren Erfahrungen helfen. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf, und wir stehen Ihnen gerne mit Rat zur Seite.

Mit dem Begriff "Tibet" ist in dieser kurzen Darstellung das gesamte traditionell tibetische Territorium gemeint, also die drei ehemaligen Regionen U-Tsang, Kham und Amdo. Wenn China heutzutage von Tibet spricht, so meint es damit ausschließlich die "Autonome Region Tibet" (TAR), die weniger als die Hälfte des tibetischen Hochlandes ausmacht. Die Chinesen haben den größten Teil der traditionellen tibetischen Regionen Amdo und Kham ihren Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan eingegliedert. Die meisten dieser Gebiete sind heute für den Tourismus zugänglich. Die übrigen Gebiete U-Tsang, das westliche Kham und Westtibet bilden die "Autonome Region Tibet" - nur dieses Gebiet wird von China als "Tibet" bezeichnet. Wenn sich die chinesischen Behörden daher auf "Tibet" beziehen, meinen sie immer nur die TAR. In der vorliegenden Dokumentation wird der Begriff "Tibet" indessen für das gesamte Land verwendet, so wie es beim tibetischen Volk schon immer üblich war.

Grundsätzlich sind Individualreisen in der Autonomen Region Tibets nicht gestattet. Um in allen Bereichen der Autonomen Region Tibets zu reisen, muss man Teil einer organisierten Tour mit den erforderlichen Genehmigungen und einem Reiseleiter sein. Für Reisen außerhalb von Lhasa benötigt man darüber hinaus ein Privatfahrzeug mit Fahrer. Es ist jedoch möglich allein in der Autonomen Region Tibets zu reisen, solange eine organsierte Tour gebucht wurde. Für die tibetischen Gegenden außerhalb der Autonomen Region Tibets, d.h. in Amdo und Kham bzw. den chinesischen Provinzen Qinghai, Suichuan, Gansu und Yunnan, sind Sondergenehmigungen sowie Reiseleiter nicht erforderlich.

BITTE BEACHTEN SIE, BEI ALLEN INFORMATIONEN, DIE SIE BEZÜGLICH TIBET BEKOMMEN, DASS SICH DIE BESTIMMUNGEN DER CHINESISCHEN REGIERUNG VON EINER MINUTE AUF DIE ANDERE ÄNDERN KÖNNEN.

Die Einreise in die TAR, wie auch die Bewegungen der Touristen innerhalb dieser Region werden streng kontrolliert, sie unterliegen, besonders entlang der Einreiserouten, genauen Bestimmungen, die plötzlich und ohne Vorankündigung geändert werden können. In besonders brisanten Zeiten, wie z.B. um politische Jahrestage und bei Besuchen von hochrangigen Funktionären, kann es vorkommen, dass keine Genehmigung zur Einreise erteilt oder keine Visa verlängert werden. Lokale politische Aktivitäten können auch die Ursache dafür sein, dass der Zugang zu gewissen Gebieten abrupt verwehrt wird. Deshalb sollte man sich sowohl vor wie auch während der Reise, insbesondere als Individualreisender, besonders hinsichtlich eventueller Änderungen der Regelungen für die Gebiete, die man zu bereisen gedenkt, auf dem Laufenden halten.

Kritische Tage, die bei einem Tibet-Aufenthalt zu beachten sind:

Losar: Tibetisches Neujahr, normalerweise im Februar

10. März: Jahrestag des tibetischen Volksaufstands in Lhasa 1959, der von der Exilgemeinschaft alljährlich begangen wird.

23. Mai: An diesem Tag unterzeichnete Tibet 1951 das kontroverse 17-Punkte-Abkommen.

Saga Dawa: Vierter Monat des tibetischen Kalenders, üblicherweise im Mai/ Juni, in dem die Erleuchtung und der Eintritt Buddhas ins Nirvana gefeiert werden. Viele Pilger kommen nach Lhasa.

6. Juli: Geburtstag des Dalai Lama, der 1935 an diesem Tag geboren wurde.

August: Shoton (Joghurt-Fest), öfters fanden Demonstrationen für die Unabhängigkeit während dieses Festes statt, denn es zieht immer große Menschenmengen an.

27. September: 1987 fand an diesem Tag die erste Demonstration für die Befreiung Tibets statt.

1. Oktober: Gründung der VR China, in der Vergangenheit kam es öfters zu Protesten in Lhasa.

10. Dezember: 1989 wurde der Dalai Lama mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Bei Besuchen hochrangiger Regierungsvertreter oder internationaler Delegationen müssen Touristen ebenfalls mit Einschränkungen in ihrer Bewegungsfreiheit rechnen.

Einreisemöglichkeiten:

Flugverbindungen nach Tibet:

A. Chengdu - Lhasa, etwa 2 Std. Flugzeit, tägliche Flüge nach Lhasa. Chengdu ist deswegen die wichtigste Station nach Tibet
B. Beijing - Lhasa, etwa 4 Std. Flugzeit
C. Kathmandu - Lhasa, 60-80 Minuten Flugzeit
D. Xi'an - Lhasa, Shanghai-Lhasa, Xining-Lhasa, Shangri La (Dechen) - Lhasa, Chongqing - Lhasa, Guangzhou - Lhasa, Lanzhou - Lhasa und Kunming - Lhasa

Landverbindungen nach Tibet:

A. Chengdu in Szechuan nach Lhasa - für Touristen nur bis zur Grenze TAR
B. Xining in Qinhai über Golmud nach Lhasa - mit dem Bus oder Zug
C. Kunming in Yunnan nach Lhasa - für Touristen nur bis zur Grenze TAR
D. Kashgar in Xinjiang nach Lhasa
E. Kathmandu in Nepal nach Lhasa über Grenzübergang in Zhangmu. Seitdem Erdbeben Im Frühjahr 2015 ist diese Grenze geschlossen (Stand vom Dezember 2015).

Beste Reisezeit:

Die günstigsten Reisemonate sind April bis Juni sowie Ende Oktober und November. Für Juli bis Ende August ist mit Regen zu rechnen, in hohen Lagen auch mit Schneefall. Allgemeine Tibetreisen wie z.B. "Heilige Stadt Lhasa" sind das ganze Jahr machbar.

Genehmigungen:

Die Gebiete außerhalb der TAR sind zumeist auch für Einzelreisende mit chinesischem Visum leicht zugänglich. Politisch heikle Areale, etwa Bergbau- oder Entwicklungsprojekte, Gefängnisse, Militärstützpunkte und Orte, an denen es in letzter Zeit politische Unruhen gab, sind sowohl inner- wie auch außerhalb der TAR für Ausländer entweder vorübergehend oder dauerhaft gesperrt.

Sollten Sie von Nepal nach Tibet reisen wollen, sollten Sie kein Visum für China beantragen, da dieses für die Grenzüberschreitung von Kathmandu nach Lhasa ungültig ist. Sie müssten ein Visum in der chinesischen Botschaft in Kathmandu beantragen. Dieses Visum ist ein separates Dokument und wird nicht in den Reisepass eingetragen. Dieses Visum ist nur erhältlich, wenn Sie eine Tour mit einem Reiseveranstalter in Lhasa gebucht haben. Dieser wird den Antrag im Tourismusbüro für Tibet beantragen und damit kann die Botschaft in Kathmandu das Visum für den Reisenden ausstellen.

Sollten Sie jedoch von China nach Lhasa fliegen, müssen Sie auch ein Visum für China beantragen. Um vom Mutterland China nach Tibet einreisen zu können, müssen Sie wiederum eine Tour nach Tibet buchen, damit Sie eine Einreisegenehmigung für Tibet erhalten, welche vom Tourismusbüro für Tibet an Sie in die Stadt gesandt werden von der Sie vom Mutterland nach Lhasa fliegen wollen. Für die Gebiete außerhalb der Autonomen Region Tibet, wie Kham oder Amdo genügt das Visum für China. Es ist möglich nach Rongbuk (Everest base camp) zu reisen, man muss jedoch nach Lhasa zurückkehren und von da abfliegen.

Touristen benötigen ein "Tourist L Visum". Grund der Reise: Tourismus. Im Antrag sollten Sie als Beruf weder Journalist noch Schriftsteller angeben, auch Personen im Religionsdienst, sowie Beamten wird kein Visum erteilt.

Bedenken Sie bitte, dass es unterwegs in Tibet kaum Möglichkeiten gibt Proviant etc. einzukaufen (außer in den größeren Städten, wie z.B. Lhasa, Gyantse, Shigatse, ...), es gibt auch keine "Gasthäuser" unterwegs. Tibet ist ein äußerst dünn besiedeltes Land. Eine asphaltierte Straße führt nach Peking, es gibt gut trassierte Staubstraßen auf den Hauptverbindungen, ansonsten muss man mit Pisten rechnen. Es gibt fast ausschließlich Lastwagen- oder Militärverkehr auf den Straßen, auf den Hauptverbindungen einheimischen Busverkehr.

Beachten Sie bitte unbedingt die dünne und trockene Luft in Tibet. Sollten Sie Kopfschmerzen, Übelkeit und/ oder Erbrechen in den ersten Tagen (die Sie bis zur Akklimatisation des Körpers sehr schonend beginnen sollten) verspüren und sich diese Beschwerden auch bei Ruhigstellung nicht verringern, so ist eine beginnende Höhenkrankheit zu befürchten. Diese ist alters-, geschlechts- und konditionsunabhängig und die einzige Hilfe bestünde dann, wieder in geringere Höhen zu kommen. Dies hieße ausreisen, denn Lhasa befindet sich ja schon auf 3.600 m Seehöhe. Bei langsamem Adaptieren und vielem Trinken (unbedingt mehr als 2 Liter/ Tag zusätzlich, Wasserflasche immer mitnehmen, nicht immer nur neue Plastikflaschen mit Wasser kaufen - Abfall!! - abgekochtes Teewasser verlangen und mitnehmen) besteht im allgemeinen jedoch keine Gefahr.

Hepatitis-A-Prophylaxe ist angezeigt, es ist auch empfehlenswert Vitamintabletten mitzunehmen. Es gibt unterwegs praktisch kein Obst (außer in den größeren Städten), eingeführt darf auch keines werden (dieses muss an der Grenze abgegeben werden).

Als Mittel gegen die Höhenkrankheit werden Adalat oder Diamox angeboten. Beide Medikamente sollten jedoch unbedingt nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden und sind außerdem nicht mit Sicherheit wirksam.

Die beste Reisezeit nach Tibet ist zwischen Mai und mitunter Oktober. Falls Sie von Kathmandu/ Nepal aus einreisen wollen, beachten Sie bitte, dass Flüge von Kathmandu nach Lhasa nur von Mai bis Oktober stattfinden (keine Flüge im Winter).

Nach Europa telefonieren kann man hauptsächlich von Lhasa aus. E-Mail-Verbindungen sind möglich, es besteht jedoch der dringende Verdacht, dass auch diese abgehört/ kontrolliert werden.

Der Zeitunterschied beträgt 7 Stunden (die Pekingzeit gilt trotz der großen Ausdehnung des Landes in allen Provinzen Chinas). Offizielles Touristengeld, wie früher, gibt es nicht mehr, alles ist in Yuan zu bezahlen (1 Euro = etwa 10 Yuan). Dollars sind wichtig.

Achtung vor Hunden! Nicht streicheln! Abends ist es ratsam eine Taschenlampe zum Blenden oder Steine zum Vertreiben einzustecken.

Man kann sich in Lhasa an Reiseagenturen wenden, wo man einen Jeep mieten kann, allerdings immer nur mit Fahrer. Man darf nicht alleine fahren, allerdings weiß der Fahrer dann auch, wo es Benzin gibt. Kosten ab etwa $ 50 - $ 100 pro Tag, aber sicherheitshalber sollte man mit $ 100 - $ 150/ Tag rechnen, es ist also relativ teuer. Man muss sich die Preise vor Antritt der Reise ausmachen.

Wenn man von Kathmandu aus per Bus an die Grenze kommt, kann man in Zhangmu oft das Glück haben, einen Jeep, der eben eine Reise beendet hat, kostengünstig nach Lhasa zu mieten (da er sonst eine Leerfahrt zurück hätte).

Falls Sie mit dem Fahrrad in Tibet unterwegs sein wollen, so empfehlen wir das Buch "Von Hongkong nach Nepal" aus der Serie Fahrradabenteuer von Andreas Wipper zu lesen (Pietsch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 1992, ISBN 3-613-50153-8).

Tibet übt auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Es ist ein Land, das eine einmalige landschaftliche Kulisse bietet und Stätte reicher Kultur war. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Tibet seit 1959 völkerrechtswidrig von der V.R. China besetzt ist. Es wird eine systematische Auslöschung der tibetischen Identität betrieben. Alles, was tibetisch ist, ist von vornherein schlecht. Währenddessen wird alles Chinesische kritiklos als besser betrachtet. Bitte informieren Sie sich vor Ihrer Reise nach Tibet über die Entwicklung dieses Landes seit der Besetzung. Wir haben eine gute Leihbibliothek und eine Videothek zu Ihrer Verfügung. Je besser informiert Sie die Reise antreten, umso mehr können Sie die Augen offenhalten für Dinge, die man Ihnen auf den vorgegebenen Touristenwegen vorenthalten will. Der Tourismus bleibt nicht ohne Folgen für Tibet und das Tibetische Volk in Tibet, hat jedoch auch viele positive Seiten. So wären ohne Touristen authentische Informationen über die Unruhen Anfang Oktober 1987 und März 1989, die blutig durch die chinesische Polizei unterdrückt wurden, kaum ins Ausland gelangt.

Andererseits dürfen Sie aber nicht vergessen, dass die Devisen, die von Touristen ins Land gebracht werden, nicht den Tibetern, sondern praktisch nur den chinesischen Besatzern zu Gute kommen. Außerdem sind eine Kommerzialisierung der Kultur bei gleichzeitigem Verlust der traditionellen Arbeitsweise weitere Argumente, die bedacht werden müssen. Für die Tibeter ist vor allem von Interesse, die tibetische Religion, Kultur und Tradition authentisch am Leben zu erhalten.

Unterkunft:

In der TAR ist es grundsätzlich verboten, bei Tibetern zu übernachten, selbst wenn man von einer Familie eingeladen wird. Es würde sie ernsthaft in die Gefahr von Repressalien seitens der Behörden bringen. Sogar dort, wo die Beherbergung von Touristen durch behördliche Genehmigung gestattet ist, wird die Familie von den Behörden überwacht.

Die besten preiswerten Hotels in Tibet sind:

Lhasa - Yak Hotel
Shigatse - Yeti Garden Hotel
Tingri - Snow Leopard Guest House
Rongbuk (nahe Everest Base Camp) - Qomolangma Guest House
Zhangmu (Grenze Tibet/Nepal) - Zhangmu Hotel

Günstigere Hotels in Lhasa sind:

Kirey Hotel
Banak Shol Hotel
Pu Ren Cang Hotel
Gu Yi Hotel
Hua Shen(flower) Hotel

Sicherheit:

Angesichts der gegenwärtigen politischen Situation in Tibet sollte man sich immer dessen bewusst sein, dass Briefe, Telefongespräche, E-Mails und Faxe zensiert und überwacht werden. Als Ausländer stehen Sie die ganze Zeit unter Beobachtung.

Gespräche mit Tibetern:

Wenn Sie mit Tibetern alltägliche Gespräche führen, werden Sie die meisten von ihnen offen und freundlich finden, aber es wäre für jeden Tibeter sehr gefährlich, mit Touristen Gespräche über Politik oder Menschenrechte zu führen oder ihnen Informationen zu übergeben, die sie ins Ausland mitnehmen sollen. Wenn Sie bewusst nach derartigen Informationen forschen, bringen Sie die Tibeter in große Gefahr. Es kann Ihnen jedoch passieren, dass Tibeter von sich aus eine Diskussion beginnen oder Sie um Informationen bitten. Gehen Sie in diesen Fällen mit der nötigen Umsicht vor, denn Tibeter neigen dazu, die ihnen drohende Gefahr zu ignorieren. Sie dürfen keinesfalls die Risiken unterschätzen, denen sich diese Menschen aussetzen, wenn sie sie ansprechen, und selbst dann, wenn sie nur den Anschein erwecken, es tun zu wollen.

Heilige Stätten:

Wenn Sie eine religiöse Stätte besuchen, gleichgültig ob es ein Tempel oder ein Naturheiligtum wie der Berg Kailash ist, sollten Sie die tibetischen Bräuche achten. Kleiden Sie sich gediegen, und nehmen Sie Ihre Kopfbedeckung ab, rauchen Sie nicht, hinterlassen Sie keinen Abfall und umrunden Sie Tempel, Statuen und sakrale Stätten im Uhrzeigersinn. Berühren Sie niemals den Kopf eines Mönchs oder einer Nonne, und verhalten Sie sich rücksichtsvoll, wenn Sie Menschen oder Zeremonien fotografieren. Fragen Sie zuvor um Erlaubnis, machen Sie keinen Lärm beim Besichtigen und drängen Sie sich niemals mit Ihrer Kamera auf.

Sollten Sie eine Tibet-Reise unternehmen, so bitten wir Sie sehr herzlich um Ihren Bericht oder Ihre Informationen, um für andere Tibet-Reisende möglichst auf dem neuesten Stand zu sein. Ausgefüllte Fragebogen des Tibetan Center of Human Rights and Democracy, die in Dharamsala ausgewertet werden, sind eine weitere große Hilfe um die aktuelle Situation in Tibet beurteilen zu können.

[Zusammengestellt aus verschiedener Quellen, Stand Dezember 2015]

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen helfen zu können. Falls Sie noch weitere Fragen haben, werden wir uns bemühen, diese für Sie zu klären.

 
© Save Tibet 2015